Ein Ökosystem in Höchstform
Rund 23.000 Start-ups sind aktuell in Deutschland aktiv - allein im ersten Halbjahr 2026 entstanden über 3.000 neue Start-ups, so viele wie in keinem Halbjahr zuvor seit dem Beginn der Erhebung im Jahr 2019.
Unternehmen aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie führen das Feld mit 26,6 Prozent an, gefolgt vom Gesundheitssektor mit 10,6 Prozent. Auch in Bildung, Energie und Mobilität gründen sich zunehmend neue Unternehmen. Zwei Drittel setzen dabei auf digitale Geschäftsmodelle, vor allem auf Software-as-a-Service. Besonders vielversprechend ist die Verbindung von Hardware und Software, etwa in der Technologieentwicklung und -produktion, einem Feld mit großem Potenzial für die Zusammenarbeit mit der etablierten Wirtschaft.
Auch im Bereich der Unicorns, also Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar, tut sich einiges: 36 zählt Deutschland inzwischen, allein sechs mehr seit Beginn 2026.
Investitionen: Vom Einbruch zur Stabilisierung
Der deutsche Wagniskapitalmarkt hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich weiterentwickelt:
2024 flossen rund 7,4 Milliarden Euro Wagniskapital in deutsche Start-ups – fast dreimal so viel wie noch zehn Jahre zuvor. Eine Ausnahme bildet das Jahr 2021, in dem ein weltweiter Boom – befeuert durch Corona-Nachholeffekte und historisch niedrige Zinsen – zu einem einmaligen Rekordvolumen von fast 19 Milliarden Euro führte. Mit der Zinswende normalisierte sich der Markt anschließend wieder, seither bewegt sich das Volumen stabil bei rund 7 bis 7,5 Milliarden Euro pro Jahr – 2025 waren es rund 7,2 Milliarden Euro.
Innerhalb dieses stabilen Rahmens gibt es zudem Bereiche mit deutlichem Aufwind:
Künstliche Intelligenz bildet inzwischen für 45,1 Prozent der Start-ups den Kern des eigenen Produkts, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Und im Bereich DefenseTech zeigt sich eine rasante Entwicklung: Allein in den ersten neun Monaten 2025 flossen fast 900 Millionen Euro nach Deutschland, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr.
Die Gründungshochburgen Deutschlands
Berlin (18,8 Prozent), Nordrhein-Westfalen (18,7 Prozent) und Bayern (15, 0 Prozent) führen das Feld an Berlin besticht darüber hinaus mit seiner internationalen Ausrichtung: Über 20 Prozent aller international gegründeten Start-ups in Deutschland entstehen direkt in der Hauptstadt.
Start-ups und Mittelstand: Eine Partnerschaft mit viel Potenzial
Start-ups bringen frische Technologien und neue Geschäftsmodelle ein, der Mittelstand bietet Marktzugang, Erfahrung und Infrastruktur – gemeinsam ergibt das eine der größten wirtschaftlichen Chancen für Deutschland.
Ein Teil dieser Zusammenarbeit funktioniert bereits gut: Fast drei Viertel aller Start-ups erzielen ihre Erträge mit Geschäftskunden aus dem Mittelstand, ein Wert, der seit Jahren stabil auf hohem Niveau bleibt.
Anders sieht es bei der aktiven Kooperation aus, wenn Start-ups und etablierte Unternehmen nicht nur Kunde und Anbieter sind, sondern gemeinsam an neuen Lösungen arbeiten: Hier ist der Anteil der Start-ups mit solchen Unternehmenskooperationen von 71,8 Prozent im Jahr 2020 auf 56 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Auch die Einschätzung der Gründerinnen und Gründer spiegelt das wider: Nur jede zehnte Person bewertet die Kooperationsbereitschaft etablierter Unternehmen derzeit als hoch.
Immerhin: Mehr als die Hälfte der Start-ups rechnet für die kommenden drei Jahre mit einer Verbesserung – und genau diese Chance wollen wir gezielt nutzen.
Der Start-up-Standort Deutschland im Überblick im September 2026
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Aktive Start-ups in Deutschland | ca. 23.000 |
| Anzahl Unicorns | 40 |
| Investitionsvolumen 2025 | ca. 7,5 Mrd. € |
| Kooperation mit etabliertem Mittelstand | 56,0 % (2020: 71,8 %) |
| Anteil B2B-Umsatz an Start-ups | 74,8 % |
| Führende Bundesländer nach Start-up-Dichte | Berlin, Nordrhein-Westfalen, Bayern |
Vergabebeschleunigungsgesetz
Das Vergabebeschleunigungsgesetz erleichtert Start-ups und jungen Unternehmen den Zugang zu öffentlichen Aufträgen. Vorgesehen sind unter anderem angemessene Eignungskriterien, bürokratiearme Nachweise und schnellere Zahlungen an die Unternehmen.
Zusätzlich plant hat die Bundesregierung eine Sonder-Direktauftragswertgrenze von 100.000 Euro speziell für Bundesvergaben an Start-ups einzuführen eingeführt. So gewinnen Start-ups mit der öffentlichen Hand einen verlässlichen Ankerkunden für ihr Wachstum – zugleich profitieren alle von maßgeschneiderten Innovationen.
Standortfördergesetz
Mit dem Standortfördergesetz (StoFöG) schafft die Bundesregierung in enger Abstimmung mit dem BMWE steuerliche Erleichterungen für Venture Capital und einen leichteren Kapitalmarktzugang für junge Unternehmen. So sollen Gewinne aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen künftig bis zu 2 Millionen Euro (statt bisher 500.000 Euro) steuerbefreit reinvestiert werden können. Auch die Möglichkeit, Aktien mit geringerem Nennwert auszugeben, erleichtert Wachstumsunternehmen den Zugang zu frischem Kapital.
Das Gesetz ist ein wichtiger Baustein, um mehr privates Kapital für den deutschen Start-up-Standort zu mobilisieren.